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Seminar: 08-zsp-GS-1017 Public Transport Lab: Vollgas nach rechts? Mobilität zwischen Utopie und Faschismus - Details

Seminar: 08-zsp-GS-1017 Public Transport Lab: Vollgas nach rechts? Mobilität zwischen Utopie und Faschismus - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: 08-zsp-GS-1017 Public Transport Lab: Vollgas nach rechts? Mobilität zwischen Utopie und Faschismus
Untertitel Public Transport Lab: Accelerating to the Right? Mobility between Utopia and Fascism
Veranstaltungsnummer 08-zsp-GS-1017
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 33
erwartete Teilnehmendenanzahl 36
Heimat-Einrichtung Fachbereich 08: Sozialwissenschaften
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Donnerstag, 30.04.2026 16:00 - 18:00, Ort: SFG 1010
Art/Form
Teilnehmende Alle Studierende des FB 8. Darüber hinaus wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert. Es werden Personen aus allen Studiengängen zugelassen und sind gerne gesehen. Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt.
Voraussetzungen Teilnehmer*innen sollten die Bereitschaft mitbringen, sich auf Diskussionen und Teamarbeit einzulassen, inhaltlich aktiv mitzudiskutieren und mitzuwirken sowie voneinander und miteinander zu lernen. Vorwissen wird nicht erwartet.
Lernorganisation In der ersten und zweiten Sitzung findet die Themenauswahl und Themenvergabe statt. Eventuelle Teams für die Ausarbeitungen werden ebenfalls gebildet. Die Ausarbeitung, welche für den Erhalt des Leistungsnachweises notwendig ist, wird eigenverantwortlich organisiert und umgesetzt.

Das Seminar zeichnet sich nur zum Teil durch den inhaltlichen Input der Dozierenden aus. Die Studierenden gestalten die Wissensvermittlung mit, indem sie sich aktiv an den anschließenden Diskussionen beteiligen und sich im Plenum über mögliche weiterführende Perspektiven, regionale Bezüge und Weiteres austauschen.
Leistungsnachweis Der Leistungsnachweis beinhaltet folgende Leistungsanforderungen:
- Aktive Teilnahme
- Gestaltung einer Seminar-Sitzung in Gruppenarbeit
- Gestaltung eines kreativen Beitrags während der Ausstellung (dieser gilt gleichzeitig als Abgabe der Studienleistung)
Nachhaltigkeitsziel Ja
Englischsprachige Veranstaltung Nein
ECTS-Punkte 3

Räume und Zeiten

SFG 1010
Donnerstag: 16:00 - 18:00, wöchentlich (13x)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Das Seminar beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Mobilität und Autoritarismus. Dies ist aktuell besonders relevant, weil rechte und rechtsradikale Politik fast ausschließlich auf die Verteidigung des motorisierten Individualverkehrs setzt – obwohl sich dazu auf den ersten Blick kein interner Zusammenhang erkennen lässt.

Die Bedeutung des Autos für den Faschismus ist sozial- und geisteswissenschaftlich bislang kaum untersucht – und wenn, dann eher aus historischem Interesse (z.B. die Entwicklung des Volkswagens). Deshalb wollen wir dieses Verhältnis für die Gegenwart anhand der folgenden drei Dimensionen analysieren:

1. Die Rolle von Subjektivität und Identität: wie trägt das Auto dazu bei, vor allem Männlichkeit, verstanden als Position im Geschlechterverhältnis, als erstrebenswerte Norm zu reproduzieren und zu stabilisieren? Was macht das Auto männlich?

2. Damit verknüpft ist die Rolle der Ästhetik und der Ästhetisierung. Sowohl diesseits als auch jenseits des Autos stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln sich der Faschismus als erstrebens- und begehrenswert inszeniert.

3. Ein qualitative Veränderung ist die Rolle der Technologie. Zwar hat Technologie in allen Arten des Faschismus eine zentrale Rolle gespielt. Aber gerade die Elektromobilität (man denke an Tesla) befindet sich hier neuerdings in einem merkwürdig ambigen Zustand zwischen Technologiebegeisterung und ihrer Ablehnung, den es zu verstehen gilt.

Die Leitfrage im Hintergrund lautet: Inwiefern steht das Auto, aber auch Mobilität ganz allgemein, im Mittelpunkt eines Kulturkampfs zwischen Faschismus und Antifaschismus? Dies wollen wir gemeinsam im Seminar soweit möglich beantworten.

Das Seminar verläuft entlang der drei oben genannten Dimensionen: 1. Subjektivität, 2. Ästhetik, 3. Technologie und ergänzt es um eine weitere, um im Kontrast des Bestehenden den Blick für mögliche Alternativen zu schärfen: 4. Utopien. Hier werfen wir abschließend einen Blick auf die Möglichkeiten von Mobilität jenseits autozentrierter Praktiken.

Wir wollen im Sinne des forschenden Lernens über verschiedene Formate projektbasiert direkt in die Stadt hineingehen. Zu den ersten drei Blöcken wird es jeweils einen Grundlagentext (voraussichtlich Deleuze/Theweleit, Connell und Amlinger/Nachtwey/ Mühlhoff) geben, auf den die Studierenden sich in den Sitzungsgestaltungen beziehen sollen. Die grundsätzliche Gestaltung der Sitzungen bleibt aber frei und richtet sich nach den Interessen der Studierenden. So haben wir im vergangenen Semester z.B. ein Parkhaus als Angstraum besucht sowie verschiedene problematische Verkehrspunkte in Bremen (u.a. am Stern, Sielwall, Herdentor). Wir haben auch Filmszenen, Musik, Kinderspielzeug, Werbung und politische Propaganda (z.B. die Vereinnahmung der Simson durch die AfD) analysiert, welche von den Studierenden eingebracht wurden. Ein ähnlich interaktives und aktivierendes Format wollen wir auch in diesem Semester beibehalten.

Abschluss des Seminars ist eine gemeinschaftlich gestaltete Ausstellung (Gallery Walk), in der die Studierenden eigenständig ausgewählte Aspekte des Themas visuell, medial oder installativ aufbereiten. Hier soll man sich bewusst kreativ entfalten dürfen! Dabei sollen theoretische Konzepte (mindestens einer der Grundlagentexte) sowie eigene Erfahrungen und Überlegungen kreativ verknüpft und umgesetzt werden. Die Ausstellung bildet gleichzeitig den letzten Teil der Studienleistung.