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Seminar: 09-50-M4-7 Kritische Museumswissenschaften - Details

Seminar: 09-50-M4-7 Kritische Museumswissenschaften - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: 09-50-M4-7 Kritische Museumswissenschaften
Untertitel
Veranstaltungsnummer 09-50-M4-7
Semester WiSe 2026/2027
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 30
maximale Teilnehmendenanzahl 30
Wartelisteneinträge 12
Heimat-Einrichtung Kulturwissenschaft
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Samstag, 24.10.2026 10:00 - 17:00, Ort: SFG 0150
Art/Form
Englischsprachige Veranstaltung Nein

Räume und Zeiten

SFG 0150
Samstag, 24.10.2026 - Sonntag, 25.10.2026, Samstag, 07.11.2026 - Sonntag, 08.11.2026 10:00 - 17:00

Kommentar/Beschreibung

Museen sind Orte des kollektiven Gedächtnisses und der Identitätsvergewisserung, „in denen sich gesellschaftliche Gruppierungen ihrer sozialen und kulturellen Praktiken versichern, [und] [...] Gleichheit und Unterschiede in der Gesellschaft [...]“ sichtbar machen. Diese Kultur-Institutionen produzieren kraft ihrer Deutungsmacht und durch das Anordnen von „Dingen und Menschen in Räumen“ im Kontext der jeweiligen Ausstellungen legitimiertes Wissen, und tragen damit auch zu einer kollektiven Sinnstiftung bei. Ausstellungen sind Räume, in denen Wissen aufgenommen, verhandelt, verändert und vermittelt wird. Sie sind Deutungsinstanzen und dienen der Konstruktion kultureller und gesellschaftlicher Identität. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Prozess der Generierung und Verhandlung von stereotypischem Wissen sowie bei der Herausbildung von Vorstellungen über ‚andere’ Kulturen in Abgrenzung zum ‚Eigenen’. Ethnologische Ausstellungen repräsentieren ‚Andere’ als „kuratierte“ Kultur.
Der aktuelle Diskurs über die zukünftige Funktion von ethnologischen Museen beruht auf der Neukonzipierung und Neuorientierung einiger ethnologischer Museen in Europa im letzten Jahrzehnt. Die ethnologischen Museen in Basel, Köln, Frankfurt und Rotterdam haben sich im Zuge des aktuellen Diskurses umbenannt. Aus den Entstehungsgeschichten der Museen resultiert die Motivation der Neuorientierung. Paris, Berlin und Göteburg haben sich gefragt, wofür ethnologische Museen heute noch stehen können. Die Neukonzeption und Reproduktion des Berliner Schlosses als Humboldt-Forum beispielsweise ist besonders umstritten und im kontroversen öffentlichen Diskurs stark präsent. Durch neue Ausstellungsstrategien, wie z.B. künstlerische Interventionen, Historisierung oder die Zusammenarbeit mit Menschen aus den Herkunftsländern der Sammlungen, werden die neuen Ansätze sichtbar. Die Sammlungen sind häufig im kolonialen Kontext entstanden. Nach heutigen Maßstäben gelten die damaligen wissenschaftlichen Sammelstrategien und Erwerbsumstände zumeist als unethisch, da asymmetrische Machtstrukturen den Erwerb dominierten. Zudem befinden sich moralisch fragwürdige Objekte, wie menschliche Überreste, zuhauf in den Sammlungen. Diese stammen aus ehemaligen Kolonien und Grabraubungen. Objekte der Gegenwart fehlen hingegen. Dadurch erscheint der Anspruch der europäischen ethnologischen Museen, ‚die Welt zu repräsentieren’, problematisch. Ethnologische Museen befassen sich nicht mit den ‚Anderen’, sondern präsentieren mehrheitlich den eigenen Diskurs über die ‚Anderen’. Dies ist aus postkolonialer Perspektive kritisch, da die Welt global verflochten ist und die Gesellschaften sich divers zusammensetzen. Europäische ethnologische Museen mit ihren ethnografischen Sammlungen müssen sich einer breiten Öffentlichkeit gegenüber neu legitimieren. Durch die historischen Verstrickungen im kolonialen Kontext, also die nach heutigen Grundsätzen unethischen damaligen wissenschaftlichen Sammelstrategien und Erwerbsumstände, muss eine Neupositionierung, weit über eine einfache Umbenennung hinaus, definiert werden. Die Verzahnungen der Museumsinstitution mit den Interessensgruppen der Herkunftsländer, der breiten Öffentlichkeit, den Besucher*innen, Sponsor*innen, Mäzen*innen, der städtischen Kulturpolitik und der Wissenschaft kann dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Im Seminar lesen wir Lektüre zur Kritischen Weißseinsforschung, Postkoloniale Theorien und kritische Stimme zu Ethnologischen Museen. Das M4 Seminar (wie ein 2 SWS Seminar) findet gebündelt als Blockseminar an drei Terminen in der Uni statt:
Sa., 24.10.2026, 10:00 - 17:00 Uhr, Raum SFG 0150,
So., 25.10.2026, 10:00 - 17:00 Uhr, Raum SFG 0150,
Sa., 07.11.2026, 10:00 - 17:00 Uhr, Raum SFG 0150 und
gemeinsam machen wir eine Museumsexkursion in Bremen.

Anmelderegeln

Diese Veranstaltung gehört zum Anmeldeset "Beschränkte Teilnehmendenanzahl: BA M4".
Folgende Regeln gelten für die Anmeldung:
  • Es wird eine festgelegte Anzahl von Plätzen in den Veranstaltungen verteilt.
    Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.
  • Die Anmeldung zu maximal 2 Veranstaltungen des Anmeldesets ist erlaubt.
Veranstaltungszuordnung:

Anmeldemodus

Die Auswahl der Teilnehmenden wird nach der Eintragung manuell vorgenommen.

Nutzer/-innen, die sich für diese Veranstaltung eintragen möchten, erhalten nähere Hinweise und können sich dann noch gegen eine Teilnahme entscheiden.