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Seminar: 11-PH-BA-Gekom-2d Geburtsvorbereitungs-(Dis)kurs: Ein Ammenmärchen - Details

Seminar: 11-PH-BA-Gekom-2d Geburtsvorbereitungs-(Dis)kurs: Ein Ammenmärchen - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: 11-PH-BA-Gekom-2d Geburtsvorbereitungs-(Dis)kurs: Ein Ammenmärchen
Untertitel
Veranstaltungsnummer 11-PH-BA-Gekom-2d
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 35
erwartete Teilnehmendenanzahl 35
Heimat-Einrichtung Public Health
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Dienstag, 02.06.2026 12:00 - 14:00, Ort: GW1 A0160
Art/Form
Englischsprachige Veranstaltung Nein

Räume und Zeiten

GW1 A0160
Dienstag: 12:00 - 14:00, wöchentlich (14x)

Kommentar/Beschreibung

Der französische Gynäkologe Michel Odent (1930-2025) soll einmal gesagt haben, dass – sollten wir vorhaben, die Welt zu verbessern – wir als erstes wohl die Art und Weise unseres Zur-Welt-Kommens verbessern sollten. Doch warum sollte gerade im zwanzigsten Jahrhundert in der Mitte Europas die Art und Weise des „Zur-Welt-Kommens“ verbesserungswürdig sein? Sowohl die Mütter- als auch die Säuglingssterblichkeit sind in Europa im Vergleich zu vielen anderen Ländern äußerst gering, die Untersuchungen in der Schwangerenvorsorge sind äußerst umfangreich und frühgeborene Babys können derzeit erstklassig medizinisch versorgt werden. Was also sollte da in Frauenarztpraxen und Kreißsälen der sogenannten hochentwickelten Industrienationen noch verbesserungswürdig sein? Und warum muss das Bundesgesundheitsministerium 2017 die „Gesundheit rund um die Geburt“ sogar zu einem nationalen Gesundheitsziel erklären, bei dem es darum gehen soll, den Frauen in Deutschland eine „gesunde Schwangerschaft“ sowie „eine physiologische Geburt zu ermöglichen und zu fördern“? Wieso erleben demgegenüber aber nur etwa acht Prozent der gesunden Schwangeren eine Geburt ohne jeglichen medizinischen Eingriff, und was hat diese hohe Zahl an geburtshilflichen Interventionen zur Folge?
Aus dem Blickwinkel der Public Health- und der Gesundheitskommunikationsforschung wollen wir eine Reihe von Themen rund um das Thema Geburt, Schwangerschaft und Wochenbett behandeln. So wird uns die derzeitige Kaiserschnittrate von 34 Prozent ebenso interessieren, wie die Medikalisierung weiblicher Biographien in überwiegend patriarchalen medizinischen Strukturen. Wir werden über das Thema der strukturellen, physiologischen und psychologischen Gewalt in der Geburtshilfe ebenso sprechen müssen, wie über den „Mythos Mutterschaft“ und seiner negativ konnotierten Oppositions-Metapher der „Rabenmutter“. Auf unserer Themen-Liste stehen dann noch die „Einsamkeit im Wochenbett“ ebenso wie die aktuellen gesellschaftlichen Debatten rund um „Regretting Motherhood“ und „Kinderfreiheit“. Ziel des Seminars ist es einerseits, einen Überblick über die derzeitigen gesellschaftlich vereinbarten Praxen und Diskurse rund um das Thema Geburt und Geburtshilfe zu bekommen. Auf der anderen Seite wollen wir gemeinsam neue Diskurse und Praxen erarbeiten, um aus der derzeitig recht naturwissenschaftlich strukturierten Geburts-Medizin wieder zu einer Geburts-Hilfe zu gelangen. Einer Unterstützungs-Praxis, die sich weg bewegt von der Pathologisierung der Geburt mit all ihrer bedrohlichen Risikokommunikation und ihren unnötig geschürten Ängsten hin zu einer Praxis der „guten Hoffnung“, die das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung wieder in den Vordergrund stellt. Dabei wollen wir gleich mit einer ganzen Reihe von „Ammenmärchen“ aufräumen, die die Geburtshilfe gerne entlang ihrer medizinischen „Outcomes“ erzählen und in denen die Frauen als Menschen schon lange nicht mehr vorkommen. Wir könnten das Ziel des Kurses auch mit den Worten Michel Odents betiteln: „Uns ist es eben nicht egal, wie wir geboren werden“.

Anmeldemodus

Die Auswahl der Teilnehmenden wird nach der Eintragung manuell vorgenommen.

Nutzer/-innen, die sich für diese Veranstaltung eintragen möchten, erhalten nähere Hinweise und können sich dann noch gegen eine Teilnahme entscheiden.