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Seminar: 09-74-M8910-8 KI, Demokratie und Gerechtigkeit: Feministische, dekoloniale und kulturwissenschaftlich-anthropologische Perspektiven - Details

Seminar: 09-74-M8910-8 KI, Demokratie und Gerechtigkeit: Feministische, dekoloniale und kulturwissenschaftlich-anthropologische Perspektiven - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: 09-74-M8910-8 KI, Demokratie und Gerechtigkeit: Feministische, dekoloniale und kulturwissenschaftlich-anthropologische Perspektiven
Untertitel
Veranstaltungsnummer 09-74-M8910-8
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 46
Heimat-Einrichtung Kulturwissenschaft
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Montag, 01.06.2026 10:00 - 14:00, Ort: SFG 2020
Art/Form
Englischsprachige Veranstaltung Nein

Räume und Zeiten

SFG 2020
Montag: 10:00 - 14:00, wöchentlich (12x)
GW1-HS H1000
Montag: 16:00 - 18:00, wöchentlich (10x)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Künstliche Intelligenz (KI) ist überall, doch schwer zu fassen. Sie simuliert menschliche Intelligenz und verspricht dabei diese durch mehr Effizienz, mehr Wissen und mehr Daten zu erweitern. Aufgeladen ist ihre Nutzung mit Fortschrittsvisionen, Ängsten und Widersprüche. Generative KI und Large Language Modells (LLMs) – wie marktübliche Chatgpt – verändern, wie wir arbeiten, kommunizieren und lernen. Was sie mit Demokratie und auch mit den existierenden Ungerechtigkeiten machen, darüber ist noch vieles unklar. Datenmacht, Tech-Oligarchie, Datenkolonialismus und Technofeudalismus sind einige Schlagwörter und Konzepte, die politische, ökonomische und ethische Veränderungen und Herausforderungen aufzeichnen.

Dieses Seminar versteht KI nicht als technisches Werkzeug, sondern als eine neue Projektionsfläche gegenwärtiger Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund setzen wir uns mit Alltagsbeispielen, ethnografischen Fälle und populär-kulturellen Darstellungen mit KI auseinander, etwa auf Social Media, in Filmen und KI-generierten Welten. Wir fragen danach, wie ihr Potenzial und ihre Risiken erkennen, wenn wir kaum hinter die Systeme schauen können? Wer profitiert? Wer bleibt unsichtbar? Wer zählt im Design wie im Umgang mit KI? Wessen ‚Intelligenz‘, welche Infrastrukturen, Daten und Algorithmen prägen sie? All diese Fragen erfordern, genauer nach Ungleichheiten, Ungerechtigkeiten und ungeahnten Gefährdungen zu schauen und über neue Dimensionen für Intervention, Hoffnung und Widerstand nachzudenken.

Das Seminar bietet dafür einen Raum an. Es verortet sich bewusst in feministischen, dekolonialen und kulturwissenschaftlich-anthropologischen Perspektiven. Dabei lehnt es sich auf empirische und theoretische Ansätze aus der kritischen Datenforschung, Algorithmusforschung, queer-feministischen Perspektiven und Science and Technology Studies (STS). Gerade aktivistische Ansätze und Interventionen spielen eine zentrale Rolle dabei, die sich mit digitalen (Un-)Gerechtigkeiten befassen, die durch algorithmische Klassifikationen, datenbasierte Prognosen und automatisierte Entscheidungen entstehen oder stabilisiert werden – etwa entlang von Geschlecht, Hautfarbe, Klasse, Sexualität, Behinderung oder Aufenthaltsstatus und mehr. Dazu gehören historische Kontinuitäten, unausgewogenen Geografien globaler, kolonialer Klassifizierungsordnungen und planetarische Ungleichheit.

Das Seminar ist zudem an eine standortübergreifende, wöchentliche Ringvorlesung sowie einem Begleitseminar angedockt, die vom Fachverband DGEKW (Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft) und der DGEKW-Kommission Digitaler Anthropologie koordiniert wird. Geplant sind einzelne gemeinsame Sitzungen mit Studierenden anderer kultur- und sozialwissenschaftlicher Institute aus den Städten Berlin, Hamburg, Kiel, Göttingen, Regensburg, Tübingen und München. Dadurch werden ethnografische, kulturwissenschaftliche und anthropologische Forschungen und Perspektiven aus verschiedenen Feldern mitangeschlossen.

Das Seminar ist sowohl für MATS als auch für BA KUWI offen.

Anmeldemodus

Die Auswahl der Teilnehmenden wird nach der Eintragung manuell vorgenommen.

Nutzer/-innen, die sich für diese Veranstaltung eintragen möchten, erhalten nähere Hinweise und können sich dann noch gegen eine Teilnahme entscheiden.