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Seminar: 10-GER-BA-A4-04 „Erinnerungsbilder“ in der deutschen Literatur - Details

Seminar: 10-GER-BA-A4-04 „Erinnerungsbilder“ in der deutschen Literatur - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: 10-GER-BA-A4-04 „Erinnerungsbilder“ in der deutschen Literatur
Untertitel
Veranstaltungsnummer 10-GER-BA-A4-04
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 54
erwartete Teilnehmendenanzahl 30
Heimat-Einrichtung Germanistik
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Erster Termin Freitag, 10.04.2026 14:15 - 15:45, Ort: SFG 2070
Art/Form
Englischsprachige Veranstaltung Nein

Räume und Zeiten

SFG 2070
Freitag: 14:15 - 15:45, wöchentlich (13x)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Das Seminar soll sich in verschieden historischen Konstellationen mit der Erinnerungsarbeit der literarischen Texte nach 1945 beschäftigen. Der Begriff der ‚Erinnerungsbilder‘ stammt aus Christa Wolfs „Sommerstück“ und aus „Kindheitsmuster“. Dabei handelt es sich um literarische Erinnerungs-texte, die die historischen Zusammenhänge literarisch (re-)konstruieren, um entscheidend an ihrer gesellschaftlichen und individuellen Verarbeitung mitzuwirken. Dazu entwerfen sie verschiedene Typen von literarischen Bildkonzepten für ihre Erinnerungsarbeit. Wir wollen gemeinsam literarische Texte interpretieren, die in Zeiten der historischen Brüche in der deutschen Geschichte entstanden sind.

Die Verarbeitung des Nationalsozialismus durch Zeitzeugen bildet das Kriterium für eine erste Gruppe von Texten, die im Seminar diskutiert werden sollen. Analysiert werden sollen Auszüge aus Johannes Bobrowskis "Samartien"-Zyklus, aus Günter Grass "Die Blechtrommel" und aus Chr. Wolfs "Kindheitsmuster". In Kindheitsmuster sind die Themen des NS und auch von Flucht und Vertreibung wesentlich. Alle drei Texte entwerfen mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten und unter-schiedlichen literarischen Strategien Verarbeitungskonzepte für die Vergangenheit.
Die Auseinandersetzung mit dem Zerbrechen der Utopien in der DDR-Literatur 1976 und deren Verarbeitung bildet den zweiten Ansatzpunkt. Dazu möchte ich die direkt korrespondierenden Texte von Christa Wolf: "Sommerstück" und von Sarah Kirsch "Allerlei Rauh" vorschlagen. Beide sind nach der deutschen Vereinigung entstanden, sie reflektieren eine Epoche der DDR-Literatur der 1970er Jahre, die neue ästhetische und politische Perspektiven entwarf und darin scheiterte. Die beiden Texte thematisieren aus gegensätzlichen Perspektiven das Leben und besonders das Ende einer (realen) Künstlerkolonie in der DDR der frühen 1970er Jahre, die versucht hat, künstlerisch und in der Lebensweise ein freieres Leben zu verwirklichen als es in der DDR bis dahin möglich war. Die Gegenstände der beiden Texte sind identisch, die Perspektiven und Wertungen der Erinnerungsbilder allerdings verhalten sich konträr zueinander.
Die Auseinandersetzung mit dem Terrorismus des deutschen Herbstes 1977 in Westdeutschland bildet den dritten Schwerpunkt der Relation von Krisen und literarischer Krisenverarbeitung: Rainald Goetz "Kontrolliert" und C.F. Delius "Mogadischu Fensterplatz" bilden hier die Textgrundlage beide stammen von Ende der 1980er Jahre. Der Terrorismus der RAF, der mit dem deutschen Herbst 1977 kulminiere, hat die Gesellschaft in weiten Teilen stark beschäftigt. An der Verarbeitung dieser Ereignisse hatten literarische Texte und andere Kunstwerke (z.B. von Gerhard Richter) großen Anteil, der Schwerpunkt der Erinnerungsarbeit lag am Ende der 1980er Jahre.
Als vierten Punkt werden wir die sogenannte dritte Generation der Erinnerungsliteratur heranziehen, das ist die Generation der Enkel der ersten Generation, die den NS direkt erlebt hat. Sie setz sich ab ca. 2000 mit der Erinnerungsdebatte und mit den Medien der Erinnerung auseinander. Marcel Beyers "Spione" und Iris Hanikas "Das Eigentliche" stellen wesentliche Perspektiven der Erinnerungsarbeit der Gegenwart zur kritischen Diskussion.
Methodisch werden wir das Thema Literatur und Erinnerungskultur und die Verarbeitung des Inkommensurablen durch die Literatur (z.B. Bohrer) heranziehen.

Anmeldemodus

Die Auswahl der Teilnehmenden wird nach der Eintragung manuell vorgenommen.

Nutzer/-innen, die sich für diese Veranstaltung eintragen möchten, erhalten nähere Hinweise und können sich dann noch gegen eine Teilnahme entscheiden.