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Vorlesung: 09-50-M1 Geschichte, Schulen und Theorien - Details

Vorlesung: 09-50-M1 Geschichte, Schulen und Theorien - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Vorlesung: 09-50-M1 Geschichte, Schulen und Theorien
Untertitel
Veranstaltungsnummer 09-50-M1
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 166
Heimat-Einrichtung Kulturwissenschaft
Veranstaltungstyp Vorlesung in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Dienstag, 02.06.2026 16:00 - 18:00, Ort: HS 1010 (Kleiner Hörsaal)
Art/Form Wissenschaft
Englischsprachige Veranstaltung Nein

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Wie versteht und befragt Kulturwissenschaft gesellschaftliche Wirklichkeit? Wie theoretisiert sie sie? Wie „lesen“ wir die Machtverhältnisse und Selbstverständlichkeiten in der Welt? Die Fachgeschichte ist voll von Erzählungen, Geschichten und Schulen, die die Welt beforscht und menschliche Handlungen, Naturen/Kulturen und Umwelten theoretisiert haben. Einige dieser Geschichten und Theorien wirken ‚kanonisch‘, während andere unsichtbar bleiben oder minorisiert werden. Die Vorlesung führt in zentrale Themen und theoretische Ansätze ein, die für einen ethnografisch-kulturwissenschaftlichen Blick auf die Welt relevant sind.

Hierbei verfolgt sie eine Strategie, durch und gegen diesen „Kanon“ zu denken. Das bedeutet, Texte, Autor*innen und Positionen in den Vordergrund zu stellen, die jenseits der „großen Theorien“ wichtig sind. Wir wollen uns damit befassen, wie diese oft unsichtbar gebliebenen Texte und Autor*innen sowohl für unsere Fachgeschichte als auch für unsere Gegenwart relevant sind. Was und wie erzählen sie über Themen und Dinge anders, die zu den zentralen Bereichen und Theorien der Kulturwissenschaft und Anthropologie gehören. Beispielhaft geht es etwa um Fragen von Macht, Wissenschaft und Technologie, race, Gender, Körper, Disability, die aktuell gesellschaftspolitisch polarisierend wirken. Wir stellen aber auch um für Studienanfänger*innen vielleicht noch abstrakt wirkenden Konzepte von Intersektionalität, Positionalität, Indigenität und einiges mehr vor. Zudem greifen wir auf die altbekannten Themen der Anthropologie, wie Kosmologie, Zeit und Utopie/Dystopie, mit theoretischen Ansätzen zurück, um dann über Vorstellungen, Theorien und Möglichkeiten der (einen besseren und gerechten!) Zukunft nachzudenken. Diese Fragen betreffen aktuell und zukünftig nicht nur, wen wir (nicht) lesen, sondern wie wir es lesen, was wir lesen und als Theorien für den Alltag und für die Welt nutzen. Mit diesem Blick werden wir gemeinsam Texte kritisch lesen und diskutieren. Welche Stimmen, Erzählungen und Wissen haben wir – brauchen wir? Die Texte werden uns in die Debatten ‚entgegen dem Kanon‘ einführen, angesichts der Tatsache, dass kulturwissenschaftliches Wissen immer situiert und positioniert ist. In der Vorlesung werden wir theoretische Ansätze vorstellen und in ihrer fachspezifischen Positionierung näher betrachten.
Die Vorlesung bietet Studierenden also gemeinsam mit den begleitenden Seminaren die Möglichkeit, diese minorisierten Texte zu lesen und zu diskutieren, während vor allem in der Vorlesung wichtige Positionen aus der etablierten Fachtradition mit diesen in Dialog gebracht werden. So soll eine Dekolonisierung des Seminarplans praktisch erprobt werden, welche aber gleichzeitig nur möglich ist, wenn dominantere Inhalte und Personen ebenso vorgestellt werden. Themen, die im Fokus der Vorlesung stehen, werden inhaltlich miteinander verknüpft und Beziehungen zwischen ihnen deutliche gemacht. Die Seminare bieten dann Raum, als Lesegruppe die Methode des close readings zu erproben und auch live in der Gruppe Textteile aus bekannten Werken gemeinsam zu lesen.

Anmeldemodus

Die Auswahl der Teilnehmenden wird nach der Eintragung manuell vorgenommen.

Nutzer/-innen, die sich für diese Veranstaltung eintragen möchten, erhalten nähere Hinweise und können sich dann noch gegen eine Teilnahme entscheiden.