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Seminar: 10-M83-2/3-P-L-1 „Politiken und Poetiken des Alimentären in Theater, Film und Literatur“ - Details

Seminar: 10-M83-2/3-P-L-1 „Politiken und Poetiken des Alimentären in Theater, Film und Literatur“ - Details

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Allgemeine Informationen

Veranstaltungsname Seminar: 10-M83-2/3-P-L-1 „Politiken und Poetiken des Alimentären in Theater, Film und Literatur“
Untertitel
Veranstaltungsnummer 10-M83-2/3-P-L-1
Semester SoSe 2026
Aktuelle Anzahl der Teilnehmenden 11
Heimat-Einrichtung Romanistik
Veranstaltungstyp Seminar in der Kategorie Lehre
Nächster Termin Mittwoch, 17.06.2026 10:00 - 14:00, Ort: GW1 A0010
Art/Form
Englischsprachige Veranstaltung Nein

Räume und Zeiten

GW1 A0010
Mittwoch: 10:00 - 14:00, zweiwöchentlich (7x)

Modulzuordnungen

Kommentar/Beschreibung

Essen ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig, es ist gar lebensnotwendig. So verwundert es wenig, dass die Nahrung auch Eingang in Literatur und Kunst findet. Im Seminar wollen wir uns damit beschäftigen, wie das Alimentäre narrativ ausgestaltet wird. Als kulturelle Praxis, ästhetische Chiffre und politisches Dispositiv legt es Bedeutungsebenen frei und soll uns als wissenschaftlicher Untersuchungsgegenstand dienen: Zwischen Mangel und Überfluss, Genuss und Ekel, Gemeinschaft und Ausschluss entfalten sich symbolische Ordnungen und Machtverhältnisse, die in literarischen, filmischen und theatralen Darstellungen des Alimentären sichtbar werden.
Im Zentrum unserer Analysen stehen die folgenden vier Primärtexte:
Carlo Goldonis Komödie Il servitore di due padroni (dt. Diener zweier Herren), inszeniert Hunger, List und soziale Hierarchien im Modus der Commedia dell’arte, überwindet sie aber zugleich. Essensszenen fungieren hier als Motor der Handlung und als Medium sozialer Ordnungen, in denen Klasse, Begehren und Überleben komisch gebrochen verhandelt werden. Die Novelle Boule de Suif (dt. Fettklößchen) von Guy de Maupassant verbindet Nahrungsmangel, moralische Heuchelei und nationale Identität. Essen wird hier zum Prüfstein sozialer und politischer Solidarität im Kontext von Krieg und Besatzung. Der dystopische Film El hoyo (dt. Der Schacht) von Galder Gaztelu-Urrutia, entwirft ein radikales Bild vertikaler Verteilung: Nahrung wird zum Instrument biopolitischer Kontrolle, sowie zum Gradmesser von Solidarität und Gewalt: Das Alimentäre erscheint als Symbol neoliberaler Konkurrenzordnungen und globaler Ungleichheit. In Michel Houellebecqs Gegenwartsroman Sérotonine (dt. Serotonin) sind Konsum, Agrarpolitik und depressive Körperzustände eng verschränkt. Das Alimentäre wird zur Signatur spätkapitalistischer Erschöpfung und verweist auf ökonomische wie affektive Krisen.
Gemeinsam werden wir uns zunächst ein theoretisches Fundament und einen Überblick über das interdisziplinäre Feld der Food Studies erarbeiten. Leitfragen können bspw. sein: Wie werden Hunger, Überfluss und Ekel inszeniert? Wie strukturieren Essenspraktiken soziale Differenz (Klasse, Geschlecht, Nation)? Und inwiefern fungiert das Alimentäre als ästhetische Kategorie, an der politische Ordnungen sichtbar, kritisiert oder unterlaufen werden?
Das Seminar zielt darauf, das Alimentäre als Ort sozialer Aushandlungsprozesse und symbolischer Verdichtung sichtbar zu machen und daraus weiterführende Forschungsperspektiven zu entwickeln. Erwartet werden die Bereitschaft zur Diskussion komplexer theoretischer Texte sowie die Übernahme eines Referats mit Thesenpapier.

Bitte beschaffen und lesen/sichten Sie die folgenden Primärtexte eigenständig und rechtzeitig:
Carlo Goldoni: Il servitore di due patroni / Diener zweier Herren. (bspw. Reclam, 1997)
Michel Houellebecq: Sérotonine. Köln: DuMont, 2019.
Guy de Maupassant: Boule de Suif. (Text in Dt. und Frz. auf Stud.IP hochgeladen)
Galder Gaztelu-Urrutia: El hoyo / Der Schacht. ES, 2019. (bspw. auf Netflix)

Anmeldemodus

Die Auswahl der Teilnehmenden wird nach der Eintragung manuell vorgenommen.

Nutzer/-innen, die sich für diese Veranstaltung eintragen möchten, erhalten nähere Hinweise und können sich dann noch gegen eine Teilnahme entscheiden.