e-Learning Support
Universität Bremen
09-30-T2-012A / 09-30-TS-011S Seminar: Wann ist etwas eine Wissenschaft? Bonaventura, Thomas von Aquin und Wilhelm von Ockham über die Wissenschaftlichkeit der Theologie - Details
You are not logged into Stud.IP.

General information

Subtitle
Course number 09-30-T2-012A / 09-30-TS-011S
Semester SoSe 2021
Current number of participants 11
expected number of participants 30
Home institute Philosophie, B.A.
Courses type Seminar in category Teaching
Next date Thu , 20.05.2021 14:00 - 16:00
Type/Form
Englischsprachige Veranstaltung Nein
Titel (fremdsprachlich) When does something become science? Bonaventure, Thomas Aquinas and William of Ockham on the scientific character of theology.
Veranstaltung für ältere Erwachsene Yes

Course location / Course dates

n.a Thursday: 14:00 - 16:00, weekly

Comment/Description

Aussagen, deren Wahrheitsgarantie nur darin liegt, dass eine anonyme Instanz sie autoritativ behauptet, sind wohl kaum ›wissenschaftlich‹ zu nennen. Erst recht sollte man skeptisch werden, wenn diese Instanz auch noch meint, die vollkommene Wahrheit selbst zu sein, die diese von ihr selbst getätigten Behauptungen legitimiert. Mit solchen Aussagen scheint es allerdings die Disziplin der Theologie zu tun zu haben – in Gestalt einer sogenannten Offenbarung, die Glaubenssätze formuliert.
Theologischen Aussagen über Glaubensinhalte den Charakter der Wissenschaftlichkeit zusprechen zu können, ist also weder heutzutage selbstverständlich noch war es dies in den akademischen Diskussionen des Mittelalters.
Angesichts dieser Frage, ob die Theologie eine Wissenschaft sei, diskutieren zahlreiche mittelalterliche Texte das allgemeine wissenschaftstheoretische Problem, welche Bedingungen eine Lehre überhaupt erfüllen muss, um als Wissenschaft gelten zu können.
Von dieser grundlegenden Konzeption von Wissenschaftlichkeit hängt dann schließlich die Antwort auf die Frage nach dem Verhältnis von Wissenschaft und Theologie ab.
Drei mittelalterliche Positionen zu dieser Frage wollen wir im Seminar etwas näher unter die Lupe nehmen: Während Thomas von Aquin († 1274) versucht, die Theologie im Rahmen der aristotelischen Wissenschaftstheorie in das System der Wissenschaften durch die Zuweisung von Kompetenzbereichen einzubetten, macht sein direkter Konkurrent Bonaventura († 1274) sie dagegen zu einer ›Über-Wissenschaft‹, auf die sich alle anderen Wissenschaften zurückführen lassen. Wilhelm von Ockham († ca. 1347) hingegen spricht ihr im Rahmen seiner nominalistischen Hintergrundtheorie den Charakter einer Wissenschaft ab.
Nach einer kurzen Einführung in den philosophiehistorischen und geistesgeschichtlichen Kontext des 13. und 14. Jahrhunderts sollen diese drei Positionen im Seminar diskutiert und dabei ihre wissenschaftstheoretischen sowie metaphysischen Prämissen analysiert und bewertet werden.

Ziel des Seminars ist es, durch die Vermittlung philosophiehistorischer Kenntnisse den allgemeinen Begriff der Wissenschaft und seine Abhängigkeit von metaphysischen ›Vorentscheidungen‹ präziser zu fassen.
Besondere Vorkenntnisse sind nicht vonnöten, die Bereitschaft zur vorbereitenden Lektüre (wöchentlich etwa 10 Seiten) wird allerdings vorausgesetzt.

Die zu lesenden Texte werden als Dateien zur Verfügung gestellt.
Das Seminar findet (voraussichtlich) digital via Zoom statt, eventuell mit Selbststudiums-Anteilen.

Registration mode

After enrolment, participants will manually be selected.

Potential participants are given additional information before enroling to the course.